MRSA – AUFKLÄRUNG UND VORBEUGUNG BEI HOCHRESISTENTEN KEIMEN
Die Häufigkeit von MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ist seit dem ersten
Auftreten im Jahr 1963 weltweit gestiegen. In Deutschland stieg der Anteil von MRSA an allen Staph.
aureus Isolaten von ca. 8% im Jahre 1995 auf ca. 20% (von 1995 – 2001).
Im Jahre 2008 waren in Deutschland von 132.000 MRSA-Fällen in Krankenhäusern ca. 34.000 Fälle
(26 %) nosokomial bedingt. Aus diesen nosokomialen Fällen entstanden 13. 260 (ca. 39%) relevante
MRSA-Infektionen. Das zeigt, wie wichtig es ist, eine Weiterverbreitung im Krankenhaus zu
vermeiden.
Die EuromedClinic führte daher als erstes Krankenhaus der Region im Jahre 2008 zunächst ein
risikoadaptiertes und kurze Zeit danach ein generelles Screening auf MRSA ein. Das heisst, es
werden nicht nur Patienten auf MRSA untersucht, die Risikofaktoren für eine Besiedlung mit diesem
Keim aufweisen (z. B. längere Krankenhausaufenthalte, chronische Wunden, Dialysepatienten, usw.),
sondern alle Patienten, die stationär aufgenommen werden. Idealerweise wird bei einem geplanten
Krankenhausaufenthalt schon ca. 2 Wochen vorher auf MRSA untersucht und im positiven Fall eine
Sanierung durchgeführt und zwar zuhause: Absolut schmerzfrei mittels einer Nasensalbe, einer Lösung
zum Gurgeln und einem speziellen Duschgel. So kann man vor einer geplanten OP die MRSA-Besiedlung
beseitigen und somit auch eine eventuelle Infektion mit diesem Keim vermeiden.
Muss eine Operation aber notfallmäßig durchgeführt werden, wird auch hier bei der Aufnahme
auf MRSA untersucht, um auch hier bei einer Besiedlung mit MRSA entsprechend reagieren zu können.
Darüber hinaus wird ggf. eine vorbeugende, MRSA-spezifische Antibiose nach Risikoabwägung
eingesetzt.
Dass das generelle Screening dazu beiträgt, dass die MRSA- Raten auf einem sehr niedrigen
Niveau gehalten werden können, zeigen uns nicht nur die eigenen Erfahrungen - keine
MRSA-Erkrankungen mehr an der Klinik seit 2008 - sondern auch Beispiele aus mehreren Ländern. In
Ländern wie den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Finnland ist der prozentuale Anteil von MRSA
über Jahre auf sehr niedrigem Niveau (< 2%).
Der Grund für diesen sehr geringen Anteil ist das konsequente Screenen jedes Patienten auf
MRSA bei Aufnahme und die vorsorgliche Isolierung bis das Ergebnis des MRSA-Testes vorliegt.
Nicht nur das Screening ist wichtig, sondern all die hygienischen Maßnahmen, die bei
Auftreten von multiresistenten Erregern, konsequent durchgeführt werden müssen, wie z. B. das
Isolieren des Patienten zur Vermeidung der Weiterverbreitung, die Sanierung des Patienten vor
medizinischen, invasiven Maßnahmen, die strikte Einhaltung der Basishygiene v. a. die
Händedesinfektion durch das medizinische Personal.
Auch bezüglich Händedesinfektion ist die EuromedClinic als einer der ersten Kliniken der
Region aktiv an der WHO-Kampagne „Aktion Saubere Hände“ beteiligt.








