Behandlungsspektrum, EuromedClinic

Burnout / Burnout-Syndrom


Burnout oder das Burnout-Syndrom bezeichnen einen Zustand körperlicher, geistiger oder emotionaler Erschöpfung. Er entsteht als Folge von lang anhaltenden emotionalen Belastungen im Beruf und/oder im Zusammenhang mit einem langfristigen, intensiven Einsatz für andere Menschen und wird häufig als „ausgebrannt sein“ umschrieben. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Überdruss und Burnout. Trotz ähnlicher Symptome ist Überdruss meist auf unveränderbare äußere Umstände (z.B. Bürokratie) zurückzuführen, während Burnout seine Ursache in zu hoch gesteckten Erwartungen und Zielen hat. Betroffene habe sich meist unter lang dauerndem Stress intensiv für andere eingesetzt ohne ausreichend oder überhaupt Anerkennung dafür bekommen zu haben. Meistens entsteht ein Burnout schleichend und zunächst von dem Betroffenen unbemerkt. Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung eines Burnout-Syndroms:

  1. Arbeitsbedingungen: administrative Zwänge, Probleme aufgrund hierarchischer Strukturen, Druck von Vorgesetzten/Zeitdruck, problematische Vorgaben und Strukturen, Mangel an Anerkennung, finanzielle oder personelle Ressourcen
  2. Aufgabenstruktur: Arbeitsmenge, Gestaltungsmöglichkeiten für die Aufgabe, gehäufte lang andauernde und schwer zu beeinflussende Probleme, mit der Aufgabe verbundenes Ausmaß von Verantwortung
  3. persönliche Faktoren: Fokussierung auf Klientenprobleme, Normen eines guten Helferverhaltens („Helfersyndrom“), übertriebenes Eingebundensein, ungünstige Arbeitsorganisation, ungünstige Teamarbeit, Ehrgeiz, Perfektionsstreben, ungünstiger Umgang mit chronischem Stress

Ein Burnout-Syndrom wird häufig von körperlichen Erkrankungen und Depressionen begleitet und kann im fortgeschrittenen Stadium bis zur vollständigen Arbeits- und Funktionsunfähigkeit im Alltag führen.

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Neben biologischen und genetischen Einflüssen spielen für die Wahrscheinlichkeit, eine psychische Störung zu entwickeln, auch viele Dinge eine Rolle, die im sozialen Umfeld, in der eigenen Lebensgeschichte oder in aktuellen Verhaltens- und Erlebensweisen liegen. Dadurch eröffnet sich jedem Einzelnen die Möglichkeit, sein eigenes Risiko, an psychischen Störungen zu erkranken, zu verringern. Einfache Vorsorgemöglichkeiten bei Burnout sind, ein Gleichgewicht zwischen alltäglichen Pflichten bzw. Belastungen und angenehmen Dingen/Hobbys zu schaffen, ein verlässliches soziales Umfeld aufzubauen und regelmäßig Sport zu treiben. Außerdem kann Ihnen das Wissen über psychische Störungen, das Sie sich z. B. durch Fernsehsendungen oder Zeitungsartikel aneignen, bei der Vorbeugung helfen.
Mit dem Wissen über mögliche Beschwerden ist es Ihnen zusätzlich möglich, frühzeitig zu bemerken, wenn erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung bei Ihnen oder anderen in ihrem Umfeld auftreten. Wie bei den meisten körperlichen Erkrankungen ist eine Behandlung umso Erfolg versprechender, je früher die Störung erkannt wird.
Nach der erfolgreichen Behandlung einer psychischen Störung ist zudem eine sogenannte Rückfallprophylaxe sehr wichtig. Dabei werden Ihnen Mittel und Strategien zur Bewältigung möglicher Schwierigkeiten sowie Werkzeuge zur Erkennung von Frühzeichen bei einem eventuell erneuten Auftreten der Erkrankung an die Hand gegeben.
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  • Emotionale Erschöpfung (Überanstrengung und Gefühl des ausgelaugt Seins)
  • Innere Unruhe und Anspannung
  • Eingeschränkte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
  • Entwicklung ungünstiger auf die Arbeit bezogener Einstellungen und Verhaltensweisen
  • Gesunkene Arbeitsmotivation
  • Gefühllose, abgestumpfte Reaktionen auf Mitmenschen und/oder erhöhte Reizbarkeit
  • Zunehmender Verlust von Idealismus und Energie nach sich häufenden Enttäuschungen
  • Schlafstörungen
  • Rückzug von anderen Menschen bzw. dem Arbeitsplatz statt ursprünglich ausgeprägtem Engagement
  • Entfremdung von sich selbst („als wäre man ein anderer“)


Häufig klagen Betroffene auch über verschiedene körperliche Symptome. Dazu zählen:

  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Verdauungsprobleme (Durchfall oder Verstopfung)
  • Übelkeit und Brechreiz
  • Schwindel
  • Bluthochdruck
  • Ohrgeräusche (Tinnitus aurium)
  • Gewichtszunahme oder -verlust
  • Verlust sexuellen Interesses

Wie bei jeder psychischen Störung sind die Stärke und die Anzahl der vorliegenden Symptome von Mensch zu Mensch verschieden. Häufig wird das Burnout-Syndrom von anderen seelischen (z.B. Depressionen, Ängste, Abhängigkeitserkrankungen) oder körperlichen Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Infektionen) begleitet.

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Bei der Erstellung einer psychischen Diagnose erfasst Ihr Arzt oder Psychologe Ihre aktuellen Beschwerden möglichst umfassend erfasst und anhand eines von der Weltgesundheitsorganisation weltweit einheitlichen Kriterienkatalogs, dem ICD-10 (= International Classification of Diseases), einer bestimmten Krankheit zuordnet. Diese Kriterien finden Sie unter dem Gliederungspunkt „Symptome“.

Da jeder Mensch einzigartig ist und entsprechend auch keine Krankheit der anderen gleicht – dies gilt vor allem im psychischen Bereich – stellen wir die Diagnose erst nach einem ausführlichen persönlichen Gespräch mit Ihnen. Bei der stationären Aufnahme findet zusätzlich eine körperliche Untersuchung statt, um auch wichtige körperliche Probleme nicht zu übersehen. Außerdem werden mit Hilfe von Fragebögen wichtige Bereiche abgefragt, die das persönlich entstandene umfassende Bild von Ihnen und Ihrem Umfeld noch ergänzen. Auf diese Weise können wir die Diagnose individuell bestimmen und einen persönlich auf Ihre Beschwerden abgestimmten Therapieplan entwickeln.

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Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse und Probleme. Entsprechend gleicht auch kein Störungsbild dem anderen. Hinter ein und derselben Diagnose steht jeweils eine eigene Lebensgeschichte. Aus diesem Grund werden die einzelnen Therapiebausteine inhaltlich speziell mit Ihnen auf Ihre Probleme abgestimmt. Einen formalen Überblick über unser Therapieprogramm mit seinen einzelnen Bestandteilen können Sie dem beispielhaften Therapieplan entnehmen. Allgemein gesprochen geht es darum, aktuelle Konflikte zu bearbeiten, Sie einschränkende Überzeugungen, Gedanken und Einstellungen zu hinterfragen, Ihre positiven Ressourcen zu aktivieren und neue zu schaffen sowie Ihre Gefühlswelt zu ordnen. Zudem ist es das Ziel, dort neue Verhaltensmuster aufzubauen, wo Ihnen bisher keine oder nur problematisch erscheinende Verhaltensmuster zur Verfügung standen bzw. stehen.


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Medizin in 100 Sekunden: Burnout
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Erschöpft, müde, ausgebrannt? Dr. med. Bernd Sprenger erklärt in 100 Sekunden Ursachen, Diagnostik und Behandlung des Burnout-Syndroms in der EuromedClinic.
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